Was ist eine Fachhochschule?

Die Fachhochschule steht für akademische Bildung in bestimmten Fachbereichen, die vor allem sehr praxisnah und anwendungsorientiert vermittelt werden. Eine Fachhochschule ist stärker auf technische, informatische oder wirtschaftliche Fächer fokussiert, wie z.B. IT, Wirtschaft, Technik, Elektronik etc. Dabei gibt es sowohl öffentliche als auch private Fachhochschulen. Theoretisch angewandte Fächer wie z.B. aus dem Bereich der Geisteswissenschaften findet man nicht an einer FH.

Im Gegensatz zur Universität findet der Unterricht nicht im großen, gefüllten Vorlesesaal mit hunderten von Teilnehmern statt, sondern in eher kleineren Seminaren mit einer Mitgliederzahl in Klassengröße. Das sorgt auch für eine intensivere Betreuung der Studenten durch den Dozenten. Der Unterricht ist fest verschult mit einem Stundenplan und vielen kleineren Prüfungen, das gesamte Studium an einer FH ist daher wesentlich verbindlicher als an einer Universität.

An einer Fachhochschule findet der Unterricht meist in kleineren Seminaren statt als an der Uni.

An einer Fachhochschule findet der Unterricht meist in kleineren Seminaren statt als an der Uni.

Die erhöhte Praxisorientierung an einer FH führt auch zu einigen verpflichtenden Praxissemestern, in denen die Studenten über längere Zeiträume ihre Kenntnisse in einem Betrieb anwenden müssen, bevor das Studium an der Fachhochschule fortgesetzt wird. Außerdem ist die FH stärker auf die Ausbildung seiner Studenten als auf die Forschung konzentriert. Wer also forschen, d.h. promovieren will, sollte sich eher an die Universität wenden. Wer hingegen eine straff organisierte Ausbildung für den späteren Berufseinstieg sucht, trifft bei der Fachhochschule die bessere Wahl. Freie Zeiteinteilung ist dadurch allerdings auch nicht möglich.

Seit der Bolognareform wurden die Studienabschlüsse vereinheitlicht, genau wie bei Universitäten gibt es nun auch meist nur Bachelor- und Masterabschlüsse. Die Regelstudienzeit bei der FH für den Bachelorabschluss beträgt demnach etwa 6 bis 8 Semester für den Bachelor und 2 bis 4 für den Master. Hier ist zu beachten, dass die Praxissemester der FH nicht dazu zählen. Realistisch ist daher anzunehmen, dass die Gesamtstudienzeit an der Fachhochschule noch einmal ein Jahr länger dauert, und damit auch länger als an der Universität. Der Vorteil ist allerdings, dass die FH-Absolventen mehr Praxiserfahrung im Lebenslauf zum Zeitpunkt ihres Abschlusses vorweisen können als ihre Kommilitonen von der Universität.