Studieren nach der Abendschule

Studieren nach der Abendschule

Immer mehr Menschen zieht es auf Abendschulen. Nach der Arbeit oder am Wochenende studieren viele Menschen in diesen Bildungseinrichtungen, um ihren Bildungsstand zu erhöhen oder Zusatzqualifikationen zu erreichen. Wie genau ein Studium auf der Abendschule aussieht, welche Abschlüsse man dort erlangen kann und worin die Vorteile von Abendschulen liegen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Abendschule?

Unter einer Abendschule versteht man eine Bildungseinrichtung, in der man sich selbst als berufstätiger Erwachsene aus- oder weiterbilden lassen kann. Der Unterricht findet meist am Abend oder teilweise auch an den Samstagen statt. Hierbei hat sich das Personal der Abendschule ausschließlich auf die Ausbildung von Erwachsenen spezialisiert. Das bedeutet, dass sie die erforderlichen Lerninhalte bereitstellen, jedoch nicht versuchen, die Erwachsenen zum Lernen zu animieren. Je nach angestrebtem Abschluss kann man die Abendschule in verschiedene Unterkategorien einteilen. Somit kann man jeden schulischen Abschluss auf den Abendhauptschulen, Abendrealschulen und Abendgymnasien nachholen. Aber auch Abendfachschulen, die Technikerschule und alle Einrichtungen, die den Erwerb des Meistertitels zum Ziel haben, gehören zu den Abendschulen. Letztlich wird auch die Volkshochschule zu diesen gezählt, wenngleich der Name für einige Verwirrung sorgt. Volkshochschulen werden nämlich nicht als Hochschulen anerkannt, da man in diesen Einrichtungen keinen akademischen Titel erlangt, sondern sich lediglich zu verschiedenen Themen fort- und weiterbilden kann. Seltener wird auch der Begriff Abendkolleg verwendet, aber auch hier gilt zu beachten, dass man auf diesem kein richtiges Studium im akademischen Sinne durchführen kann.

Studiert man auf Abendschulen?

Der Begriff „studieren“ hat zweierlei Bedeutungen. Der am häufigsten verwendete Gebrauch dieses Begriffs besteht im Zusammenhang mit einem Studium an der Hochschule. Hierbei verfolgt man mit seinem Studium das Ziel, einen akademischen Grad an einer der vielen Universitäten und Fachhochschulen zu erlangen. Dieser Form des Studiums kann man an Abendschulen nicht nachgehen, da sie nicht als Hochschulen anerkannt werden und somit auch keinen akademischen Titel vergeben können. In der eigentlichen Bedeutung beschreibt das Wort „studieren“ jedoch den Vorgang des eigenständigen Lernens. Dies ist auf Abendschulen nicht nur möglich, sondern auch zwingend notwendig. Da sich Abendschulen ausschließlich auf die Erwachsenenbildung spezialisiert haben, steht das selbstständige Lernen an oberster Stelle. Hierfür werden Lehrmethoden wie das E-Learning und andere Methoden des klassischen Fernunterrichts angewendet. Im Rahmen des E-Learnings greift man vorwiegend auf die Angebote des CBT und des WBT zurück. Wenngleich sämtliche Präsenztermine am Abend unter der Woche oder am Wochenende durchgeführt werden, liegt es an jedem selbst, wann der Lehrinhalt schlussendlich gelernt wird. Da man sich nicht vollzeitlich auf die Abendschule konzentrieren kann, werden einem die notwendigen Lerninhalte in den meisten Fällen nicht direkt vermittelt, sondern lediglich Methoden und Angebote aufgezeigt, durch welche man das erwünschte Wissen in eigenständigem Lernen erlangen kann. Somit kann man in privaten Kreisen durchaus davon sprechen, dass man auf einer Abendschule studiert. Aufgrund der starken Verwechslungsgefahr mit einem akademischen Studium sollte man jedoch gegenüber Vorgesetzten oder in einem Bewerbungsgespräch nicht davon sprechen, an einer Abendschule studiert zu haben.

Abendschulen können auch online in Anspruch genommen werden. Das Spart Fahrzeiten und Geld.

Abendschulen können auch online in Anspruch genommen werden. Das Spart Fahrzeiten und Geld.

Erlangt man dort immer die Fachhochschulreife?

Auf Abendschulen kann man die unterschiedlichsten Bildungsabschlüsse und beruflichen Qualifikationen erlangen. So kann man auf Abendhauptschulen seinen Hauptschulabschluss und auf Abendrealschulen seinen Realschulabschluss nachholen. Die Fachhochschulreife hingegen erreicht man ausschließlich auf Abendgymnasien. Neben den schulischen Abschlüssen und der Fachhochschulreife kann man noch berufliche Qualifikationen erlangen, die teilweise für berufliche Projekte notwendig sind. Darunter zählen sowohl Fach– als auch Sozialkompetenzen. Hierbei fällt die Erfassung der Qualifikation im Bereich der Sozialkompetenzen deutlich schwerer als die der Fachkompetenz. Der Fachkompetenzen versteht man Kenntnisse über Arbeitstechniken, Fachkenntnisse und Fähigkeiten, die zur Ausübung einer Arbeitsaufgabe zwingend notwendig sind. Unter Sozialkompetenzen fallen Werthaltungen, Verhaltensweisen am Arbeitsplatz, Orientierungsfähigkeit und Verhaltensweisen bei der Bearbeitung von sozialen Arbeitsaufgaben. Um diese Kernkompetenzen nachzuweisen, dienen in der Praxis häufig Bildung- oder Ausbildungsabschlüsse. Diese sind vor allem bei reglementierten Berufen gesetzlich vorgeschrieben, um mit der Ausübung der Arbeit zu beginnen. Man kann diese Qualifikationen neben der Abendschule auch im Ausland erwerben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht alle im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen auch in Deutschland anerkannt werden. Ob die im Ausland erwogene Berufsqualifikation anerkannt wird, muss individuell geprüft werden. Diese Arbeit kann man sich bei inländischen Abendschulen sparen, da die dort erworbenen Qualifikationen immer anerkannt werden.

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Wird der Abschluss auf allen Hochschulen anerkannt?

Die auf Abendschulen erworbenen Bildungsabschlüsse und Berufsqualifikationen werden von allen deutschen Einrichtungen standardmäßig anerkannt. Hierbei gibt es aber dennoch einiges zu beachten. Bei Hochschulen unterscheidet man zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Beide haben unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Während es bei Fachhochschulen ausreicht, eine Fachhochschulreife bzw. ein Fachabitur zu besitzen, erhält man lediglich mit einer allgemeinen Hochschulreife Zugang zu einer Universität. Die allgemeine Hochschulreife wird für gewöhnlich mit einem allgemeingültigen Abitur erreicht. Entgegen landläufiger Meinung erhält man nicht auf jedem Abendgymnasium eine allgemeine Hochschulreife. Oftmals wird lediglich eine fachgebundene Fachhochschulreife angeboten. Diese gewährt ausschließlich Zugang zu Studiengängen, die in direkter Verbindung mit dem Fachgebiet des Fachabiturs stehen. Dadurch kann man dann selbst an Fachhochschulen lediglich das Fach studieren, das man als Schwerpunkt des Fachabiturs auswählte.

Wo liegen die Vorteile einer Abendschule?

Die Vorteile einer Abendschule liegen sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern. Für gewöhnlich werden die Kosten der Abendschule vom Arbeitgeber getragen und im Gegenzug dessen setzt der Arbeitnehmer einen beachtlichen Teil seiner Freizeit für die Fortbildung ein. Dabei fällt der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit nicht aus, was besonders im Dienstleistungssektor und im produzierenden Gewerbe einen großen Vorteil aufweist. Der Arbeitnehmer strebt vor allem einen höheren Schulabschluss oder eine höhere berufliche Qualifikation an. Diese werden vom Arbeitgeber meist für spezielle Projekte benötigt. Der Arbeitgeber muss also dank der Abendschule weder einen neuen, höher qualifizierten Arbeitnehmer einstellen noch große Teile der wichtigen Arbeitszeit des Arbeitnehmers für die Weiterbildung opfern.

 

 

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