Berufskolleg

Ein Berufskolleg unterrichtet seine Schüler in beruflichen und allgemeinen Fächern, es handelt sich dabei um eine staatliche Schule.

Der Begriff Berufskolleg wird nicht in allen Bundesländern gleichermaßen verwendet, besonders Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Sonderformen. In NRW werden unterschiedliche Schulformen als Berufskolleg bezeichnet. Diese dienen sowohl der Erfüllung der Schulpflicht, wenn kein Ausbildungsplatz gefunden wurde, als auch der kombinierten schulischen und beruflichen Bildung. Je nach Art des Berufskollegs kann an einem solchen in NRW der Hauptschulabschluss, die Fachoberschulreife (bezeichnet in NRW die Mittlere Reife), die Fachhochschulreife oder auch das Abitur erworben werden.

In Baden-Württemberg führt das Berufskolleg innerhalb eines Jahres zur Fachhochschulreife, einige Berufskollegs des Bundeslandes bieten eine zweijährige Ausbildung zu staatlich-geprüften Assistenten verschiedener Bereiche an, im technischen Umfeld dauert die Ausbildung drei Jahre. Eine vollkommen andere Art von Berufskollegs in Baden-Württemberg wendet sich an Abiturienten und ähnelt einem praxisorientierten Studium.

In einem Berufskolleg findet der Vollzeitunterricht im Klassenverband statt.

In einem Berufskolleg findet der Vollzeitunterricht im Klassenverband statt.

In den meisten Bundesländern bieten Berufskollegs die Möglichkeit, nach der erworbenen Mittleren Reife eine schulische Form der Berufsausbildung zu absolvieren und zeitgleich die Fachhochschulreife zu erwerben, um später studieren zu können. Dabei erfolgt der Unterricht im Berufskolleg im Vollzeitunterricht. Die am meisten verbreiteten Varianten des Kollegs sind das kaufmännisch-fremdsprachliche Berufskolleg und das Berufskolleg für Grafik und Design. Die an einem entsprechenden Kolleg erworbene Fachhochschulreife wird fast immer als „Fachhochschulreife (schulischer Teil)“ bezeichnet. Grund hierfür ist, dass die meisten Fachhochschulen für die Zulassung zum Studium einen ergänzenden betrieblichen Teil verlangen, dieser besteht mindestens aus einem Praktikum. Wenn der spätere Studiengang an der Fachhochschule der beruflichen Ausbildung am Berufskolleg entspricht, kann diese ebenfalls als beruflicher Teil der Fachhochschulreife anerkannt werden.

Mit Ausnahme einiger Sonderformen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ist der Abschluss der Mittleren Reife die schulische Grundvoraussetzung für den Zugang zu einem Berufskolleg; einige Bundesländer bereiten Schüler mit Hauptschulabschluss in einer Fachschule auf den Zugang zum Berufskolleg vor. Je nach Bundesland und fachlicher Ausrichtung des gewählten Berufskollegs sind zusätzlich mindestens befriedigende oder ausreichende Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch oder Kunst Voraussetzung für die Zulassung zum Schulbesuch.