Ich will Manager werden – Aber wie?

Ein Manager in Spitzenposition zu sein ist der Traum vieler

Italienische Maßanzüge, eine glänzende Luxuskarosse als Firmenwagen und ein Büro mit Blick auf die Skyline: Das Bild des Topmanagers ist so schillernd wie verheißungsvoll. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 verdienen die führenden Manager der westlichen Weltkonzerne im Durchschnitt rund 1,4 Millionen Euro brutto pro Jahr, wobei rund 680.000 Euro als Grundgehalt und der üppige Rest als Boni ausgezahlt werden. Wer es einmal bis hierher geschafft hat, hat sich einen Platz an der Sonne erkämpft. Doch wie bringt man es eigentlich zu einer solchen Spitzenposition? 

Viele Wege führen nach Rom

Es gibt verschiedene Ausbildungswege, um als Manager in einem Unternehmen ganz nach oben aufzusteigen. Der klassische Weg führt über ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an einer Fachhochschule oder einer Universität, nach Möglichkeit mit internationaler Ausrichtung, Auslandssemester und Praktika in Unternehmen. Dabei gehört speziell die Betriebswirtschaftslehre zu den Fächern, bei denen man bereits mit einem Bachelor-Abschluss eine begehrte Trainee-Stelle antreten und sich von dort aus weiter hocharbeiten kann. Ein Master-Abschluss (MBA) öffnet weitere Türen und berechtigt sogar zur Promotion. Wer erst einmal einen Doktortitel in der Tasche hat, dem stehen auch begehrte Vorstandsposten offen. Um ein Studium an einer Fachhochschule oder an einer Uni zu beginnen, benötigt man für gewöhnlich das Abitur oder Fachabitur, dann kann man einen der rund 520 Studiengänge im Bereich der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland beginnen und sein Talent unter Beweis stellen. Zunehmend sind aber auch Experten an der Schnittstelle von Management und Technik sowie Management und Recht gefragt, sodass sich auch ein Studium der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsingenieurswesen oder des Wirtschaftsrechts als aussichtsreich erweist. Einige dieser Studiengänge werden auch von staatlichen oder privaten Hochschulen als berufsbegleitende Teilzeit- oder Fernstudiengänge angeboten, sodass man neben dem Studium bereits in einem Unternehmen jobben und dadurch wertvolle Berufserfahrung sammeln kann.

Geht`s auch ohne Abitur?

Mittlerweile steht das Studium zum erlangen einer Position im Management-Bereich auch Personen ohne Abitur offen. Die spezifischen Zugangsbedingungen werden dabei durch die Hochschulgesetze der Länder geregelt. Auf diese Weise kann man auch ohne Abitur Wirtschaftswissenschaften oder ein verwandtes Fach studieren und sich danach zum Topmanager hocharbeiten. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender Berufserfahrung. Wer es langfristig in eine Spitzenposition als Manager in einem weltweit agierenden Konzern schaffen möchte, kann es deshalb auch zunächst mit einer Berufsausbildung versuchen, beispielsweise im Bereich Bankwesen, Versicherungen und Finanzen oder Bürokommunikation. In der Ausbildung werden viele wichtige Inhalte vermittelt, die später im Studium von Bedeutung sind – auf diese Weise können sich Studierende einen Vorteil gegenüber ihren Kommilitonen in diesen Massenfächern verschaffen, in denen man besonders glänzen muss, um sich möglichst früh einen Namen zu machen. Wer kein Studium anschließen möchte, kann sich auch nach der Ausbildung im Unternehmen hocharbeiten – ein steiniger, aber aussichtsreicher Weg, der noch vor einigen Jahrzehnten sehr viel öfter gegangen wurde. Hier gilt es, mit Talent und Überzeugungskraft zu punkten, hohen Arbeitseinsatz zu zeigen und sich von Anfang an zu vernetzen – Vitamin B ist in der Unternehmenswelt nach wie vor das A und O.

Das Managerbild

Der typische Spitzenmanager ist:

  • männlich
  • weiß
  • kommt aus einer Akademiker- oder Unternehmer-Familie
  • beginnt seine Karriere mit einem Management-Studium an einer renommierten Hochschule

Immer wieder gibt es aber auch „Selfmade“-Männer und -Frauen, Ausnahmeerscheinungen, die es ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ganz nach oben schaffen, die Geschicke der Weltkonzerne lenken und dabei Spitzengehälter nach Hause bringen. Sie zeichnen sich durch sehr genaue Kenntnisse und Erfahrungen in der Branche aus, in der sie arbeiten. Durch umfangreiches praktisches Wissen in allen Management-Bereichen, hervorragende unternehmerische und administrative Fähigkeiten und offenkundiges Talent stechen sie aus der Masse hervor. Das bekannteste Beispiel ist hier sicherlich Mark Zuckerberg, seines Zeichens Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook, der sein Studium ohne Abschluss beendet hat und derzeit laut Schätzungen ein Vermögen von etwa 26,7 Milliarden Dollar besitzt. Aber auch hierzulande gibt es Beispiele von „Selfmade“-Managern, die es ohne einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss bis an die Spitze geschafft haben. Dazu gehört etwa Torsten Jeworrek, der von Haus aus Mathematiker ist und nach seinem späteren Wechsel in die Wirtschaft heute im Vorstand der Münchener Rück AG arbeitet. Ein Beispiel für einen Mann, der es ganz ohne Uni-Abschluss zum internationalen Spitzenmanager gebracht hat, ist sein Manager Kollege Georg Daschner, der sich vom Versicherungskaufmann bis in den Vorstand hochgearbeitet hat.

Headhunter

Der Headhunter sucht geeignete Kandidaten für die Spitzenposition heraus

Der Headhunter sucht geeignete Kandidaten für die Spitzenposition heraus

Auch bei „Selfmade“-Managern spielen oft sogenannte „Headhunter“ eine zentrale Rolle, Personen also, deren Job es ist, insbesondere frisches Personal für das leitende Management zu rekrutieren. Headhunter arbeiten im Auftrag von Unternehmen und Großkonzernen und suchen nach den Managern von morgen. Wer vor die Flinte des „Kopfjägers“ gerät, kann unter Umständen auch ohne klassische Ausbildung eine attraktive Führungsposition als Manager ergattern und seine Position über Nacht verbessern. Dabei ist es ein Mythos, dass man darauf warten muss, dass der Jäger einen findet – man darf und sollte selbst auf sich aufmerksam machen. Initiative ist damit auch bei den Bewerbungen als Manager bei Personalagenturen gefragt. Was immer noch wenig bekannt ist: Ein Gespräch mit einem Headhunter kann sich auch dann lohnen, wenn nicht gleich der Spitzenjob herausspringt. Denn Headhunter sind Experten auf ihrem Gebiet und können wertvolle Tipps bei Bewerbungen und Karriereoptionen für Manager geben. Mehr zum Thema headhunter gibt es hier.

Männderdomäne im Management-Sektor

It’s a Man’s World: Das trifft für die Welt der globalen Konzerne nach wie vor zu. Dennoch gehört zu den elf Topverdienern in der Zehn-Millionen-Liga auch eine Frau, Margaret Whitman von Hewlett Packard. Sie bezieht ein symbolisches Manager-Grundgehalt von genau einem Dollar, hat es 2013 aber durch Aktienoptionen und Boni auf mehr als 12 Millionen Dollar gebracht und wurde im Jahr darauf vom Time Magazin in die Reihe der 100 bedeutendsten Führungskräfte gewählt.

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