Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife ist neben der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) und der fachgebundenen Hochschulreife, die dritte Form einer Hochschulzugangsberechtigung. Die Fachhochschulreife wird umgangssprachlich auch als „Fachabitur“ bezeichnet. Dieser Schulabschluss berechtigt zu einem Studium eines beliebigen Studienganges an einer Fachhochschule oder bestimmter Studiengänge an einer Gesamthochschule. Im Hessen besteht seit 2005 die Möglichkeit, mit der Fachhochschulreife auch an einer Universität einen gestuften Studiengang (Bachelor) zu besuchen.

Generell besteht die Fachhochschulreife aus einem „schulischen“ und einem „berufsbezogenen“ Teil. Der berufsbezogene Teil wird in den meisten Bundesländern durch ein „gelenktes“ Berufspraktikum, von mindestens einem Jahr oder einer mindestens zweijährigen, einschlägigen Berufsausbildung oder einem Praktikum in der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule erlangt. Der schulische Teil kann nach Abschluss der 12. Klasse einer höheren Schule wie der Sekundarstufe II, Gymnasium, Gesamtschule, Berufskolleg, Fachoberschule, Berufsoberschule, Telekolleg oder nach Abschluss von Belegfächern auf Oberstufenniveau an Fachschulen in Verbindung mit einer Berufsausbildung, erworben werden. Generell ist es ratsam, vor Auswahl des berufsbezogenen Teils bereits festzulegen, welcher Studiengang an der Fachhochschule belegt werden soll, damit die Inhalte der Ausbildung auf das Studium vorbereiten und diese fachlich zusammen passen.

Fachhochschulreife Zeugnis

Zeugnis der Allgemeinen Fachhochschulreife


Die Fachhochschulreife wird in Deutschland länderübergreifend anerkannt. Anders sieht es aus, wenn man im Ausland mit Fachabitur studieren möchte. In Österreich gilt dieses nur, wenn es eine facheinschlägige berufliche Qualifikation vermittelte. Es muss damit gerechnet werden, dass man diese gegenüber der Hochschule nachweisen muss. In der Schweiz wird man mit einer Fachhochschulreife zum Studium an einer Fachhochschule zugelassen. In Einzelfällen kann die Hochschule den Nachweis einer mindestens einjährigen Berufspraxis verlangen. In den USA, Kanada, Australien und Neuseeland gilt die Fachhochschulreife für ein Studium an der Universität. In diesen Ländern gilt 12 Jahre Highschool als Zulassung und man kennt keinen Unterschied zwischen Fachabitur und Abitur.

Um die Fachhochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg zu erwerben, bietet sich die Volkshochschule, ein Abendgymnasium, ein Tageskolleg oder ein Fernlehrgang an. Je nach persönlicher Situation und Neigung des Studierenden. Voraussetzung ist in der Regel der Sekundarabschluss I, eine Berufsausbildung oder mehrjährige Berufstätigkeit. Fehlende Kenntnisse, insbesondere in einer Fremdsprache können in Vorkursen erworben werden.

In Deutschland bieten ca. 351 Fachhochschulen Studiengänge in: natur-, sozial-, wirtschaftswissenschaftlichen, technischen und künstlerischen Bereichen an. Der Schwerpunkt liegt auf Ingenieurswissenschaften. Das Studium ist stark praxisbezogen mit einer realitätsnahen Ausbildung und schließt mit einem Diplom, Bachelor oder Master ab.