Exmatrikulation – der Weg aus dem Studium

Exmatrikulation – der Weg aus dem Studium...
Die Universität ist wie eine Mutter, die ihre Kinder mit Wissen und Bildung nährt. Dieses Bild steckt hinter der lateinischen Metapher „Alma Mater“. Tatsächlich ist in Deutschland die Epoche des gebührenfreien Langzeitstudiums schon längst vorbei. Das Studium an einer Universität beginnt mit der Immatrikulation, also der Einschreibung. Die Immatrikulation erfolgt nie automatisch. Dafür muss man immer selbst hingehen. Der umgekehrte Vorgang, also die Abmeldung von einer bestimmten Universität erfolgt entweder auf Initiative des Studenten oder aber von Amts wegen. So kommt es nicht wie in früheren Jahren zu den Kosten verursachenden Langzeitstudenten.

Die „Alma Mater“ ist also keine unendlich gütige Mutter mehr, sondern steht den Studierenden als geistige Amme nur für einen bestimmten Zeitraum unter bestimmten Bedingungen zur Verfügung.

Wann und wieso exmatrikulieren sich Studenten?

Wenn Studenten sich selbst exmatrikulieren, so ist das der leichte und unstrittige Weg einer Abmeldung von einer Universität. Die Abmeldung kann vor oder nach Abschluss des Studiums erfolgen. Viele sehr erfolgreiche Geschäftsleute haben ihr Studium vorzeitig abgebrochen. Das ist nur eine Frage des Muts. Bill Gates, der Gründer von Microsoft, ist wohl der bekannteste Drop-out (Englisch für Studienabbrecher). Wer sein Studium erfolgreich abschließt, kann sich gleich nach Studienabschluss exmatrikulieren. Das ist dann nur eine Formsache. Es besteht auch die Möglichkeit, sich an einer Universität abzumelden, um an einer anderen Universität weiterzustudieren. Hier handelt es sich also um eine Abmeldung wegen eines Studienortwechsels.

Eine Exmatrikulation ist kein Studienfachwechsel.

Der Studienortwechsel setzt die Abmeldung von einer Universität und die Immatrikulation an einer anderen Universität voraus. Damit nicht zu verwechseln ist jedoch der Studienfachwechsel. Ein Studienfachwechsel erfolgt nach den universitäten Bestimmungen für einen Fachwechsel. Hierbei handelt es sich also nicht um eine Abmeldung von der Universität. Die Regeln an den einzelnen Universitäten sind teilweise unterschiedlich. Deshalb sollten sich die Studenten vor einer Studienfach- oder Studienortänderung gut informieren und darauf aufpassen, dass sie die richtigen Formulare ausfüllen und die richtigen Anträge stellen.

Eine Exmatrikulation hat genau folgende Konsequenz: Die Zugehörigkeit des Studenten zu einer Universität wird aufgehoben und erlischt somit.

Studienortwechsel: An einer Universität erbrachte Leistungsnachweise gelten oft auch am neuen Studienort.

Wer sich exmatrikuliert, um an einem anderen Studienort weiterzustudieren, informiert sich vorher sehr genau, welche am ehemaligen Studienort erbrachten Leistungen am künftigen Studienort anerkannt werden. Es lohnt sich, dazu viel zu recherchieren, damit die geplante Abmeldung zum Zwecke des Studienortwechsels sich auch wirklich lohnt und nicht ein Reinfall wird.

Exmatrikulation von Amts wegen: Wenn die „Alma Mater“ zur Stiefmutter wird.

Sich-Abmelden oder Abgemeldet-Werden, das ist hier die Frage. Die unkomplizierteste und wahrscheinlich auf am wenigsten Widerspruch stoßende Abmeldung von Amts wegen erfolgt nach Abschluss des Studiums. Wenn der Student sich nicht selbst abmeldet, wird er im System noch bis zum Semesterende mitgeführt und dann automatisch exmatrikuliert. Für die Studenten weniger erfreulich ist hingegen eine Exmatrikulation von Amts wegen vor Ende des Studiums. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Der Student kommt seinen Verbindlichkeiten hinsichtlich der Bezahlung der Semester- und Studiengebühren nicht nach.
  • Dem Studenten gelingt es nicht, die erforderlichen Studienleistungen zu erarbeiten und die erforderlichen Prüfungen zu bestehen.
  • Student erbringt zwei Jahre lang keinen einzigen Leistungsnachweis.
  • Student zahlt keine Krankenversicherung.
  • Student meldet sich nicht zurück.
  • Wohnanschrift des Studenten ist der Universität nicht mehr bekannt.
  • Betrugsfälle können zur Exmatrikulation führen.
  • Student stört Lehrveranstaltungen, praktiziert Gewalt, droht mit Gewalt oder benutzt die Universität, um Propaganda für kriminelle oder terroristische Vereinigungen zu betreiben. Insbesondere der letzte Punkt ist sehr aktuell.

Die Universität droht mit Exmatrikulation. Was nun?

Wenn das Abgemeldet-Werden wegen nicht erbrachter finanzieller Zahlungen oder nicht erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen droht, können die betroffenen Studenten einen Härtefallantrag stellen, der von universitären Ausschüssen bearbeitet wird. Gegebenenfalls suchen Studenten sogar auf Exmatrikulationsrecht spezialisierte Rechtsanwälte auf. Es lohnt sich also, genau nachzusehen, was gegen das drohende Abgemeldet-Werden gemacht werden kann.
In Einzelfällen kann es zu Sondervereinbarungen kommen. Zum Beispiel könnte die Exmatrikulation erfolgen, aber das Recht auf Nachholen einer nicht bestandenen Prüfung weiterhin fortbestehen. Bei diesen Fragen kommt es auf die genaue Sachlage des jeweiligen Falls an.

 

Bildquelle: bigstock-ID-51003203-by-faithiecannoise

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