Ein duales Studium verbindet das Studieren an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie mit einer Ausbildung oder mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen.
Ein duales Studium ergänzt eine Hochschulausbildung um ausgedehnte meist mehrere Praxisphasen in einem Unternehmen. Am Ende des dualen Studiums besitzen Absolventen nicht nur theoretische Kenntnisse aus Vorlesungen und Seminaren.
Der größte Vorteil für den Berufseinstieg ist das erworbene praktische Wissen. Absolventen kennen den beruflichen Alltag bereits sehr genau und benötigen nur noch eine kurze Einarbeitungszeit. Duale Studiengänge gibt es in mehreren Varianten.
Für Schulabgänger eignen sich in erster Linie die Form ausbildungsintegrierendes und praxisintegrierendes duales Studium. In einem ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang absolvieren die Studenten neben dem dualen Studium eine komplette Berufsausbildung. Am Ende der Ausbildung verfügen sie über zwei Abschlüsse. Sie besitzen neben dem Gesellenbrief von der zuständigen Kammer auch den Bachelor von der Hochschule.
Während der normalen Studienzeit besuchen die Studenten vorher festgelegter zeitlicher Dauer einen Ausbildungsbetrieb, die Berufs- und eine Hochschule. Längere Praxisphasen in einem Unternehmen gibt es auch bei einem praxisintegrierenden dualen Studiengang im Rahmen eines Hochschulstudiums. Hier absolvieren Studenten allerdings keine richtige Berufsausbildung. Am Ende des Studiums wird der Titel Bachelor verleihen. Normalerweise wird vor Beginn eines dualen Studiums zwischen Student und Unternehmen ein Vertrag geschlossen. Darin sind Dauer und Inhalte der Praxisphasen geregelt.
Berufsbegleitende duale Studiengänge sind besonders für Arbeitnehmer geeignet, die einen Vollzeit-Job ausüben und daneben studieren möchten. Das gilt in gleicher Weise für berufsintegrierende duale Studiengänge. Hier gibt es den Unterschied, dass das Studieren parallel zu einer Teilzeit-Beschäftigung stattfindet. Bei vielen dualen Studiengängen gibt es einen Wechsel von Theorie- und Praxisphasen, wobei die Dauer jeweils mehrere Wochen oder Monate betragen kann.
Die Studenten studieren ganz normal an der Hochschule. In den Semesterferien arbeiten sie dann im Unternehmen. Andere Varianten sehen einen wochen- oder sogar tagesweisen Wechsel vor. Mehrere Wochentage wird im Unternehmen gearbeitet. Beendet wird die Arbeitswoche mit einem Hochschulbesuch beispielsweise am Donnerstag und Freitag.
Eine dritte Möglichkeit startet mit einer vorgelagerten Ausbildung. Studenten beginnen zunächst lediglich ihre Berufsausbildung. Nach dem ersten Lehrjahr beginnt dann zusätzlich der Einstieg ins duale Studium. Schließlich bietet sich auch ein Fern- oder Online-Studium an.
Die Mehrzahl dualer Studiengänge kann an Fachhochschulen und Berufsakademien absolviert werden. Ein wichtiger Anbieter ist auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Universitäten haben das duale Studium noch nicht in größerem Umfang im Angebot.