Archiv für 26. Januar 2016

Bafög beantragen – was muss ich beachten?

Bafög und andere Förderungen für das Studium

BAföG ist für viele Studierende eine sehr wichtige finanzielle Stütze, wenn es darum geht, die Kosten für das Studium zu bezahlen. Bevor man BAföG beantragt, sollte man sich jedoch die wichtigsten Informationen darüber einholen. Diese stellen wir hier vor.

 

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Bildungsabschluss von Flüchtlingen – was wird anerkannt?

Bildungsabschluss von Flüchtlingen - was wird anerkannt?

Bildungsabschluss – was wird für Flüchtlinge anerkannt?

Eine stabile Berufssituation vereinfacht Flüchtlingen die Integration. Millionen von Flüchtlingen haben im vergangenen Jahr Deutschland erreicht. Über einen Anerkennungsantrag können sie ihre beruflichen und schulischen Abschlüsse mit deutschen Abschlüssen vergleichen lassen und gegebenenfalls eine Gleichstellung erwirken. Welche Rahmenbedingungen und Erfolgsaussichten hat ein Antrag auf die Gleichstellung von Bildungsabschlüssen?

Anerkennungsgesetz des Bundes regelt die Gleichstellung mit deutschen Bildungsabschlüssen

Die arbeitende Bevölkerung besitzt auf sozialer Ebene nachweislich besseren Rückhalt. Die soziale Integration durch die Einbindung in ein Arbeitsumfeld gewinnt im Jahr 2015 für Millionen von Flüchtlingen an Relevanz, die es in die Bundesrepublik Deutschland verschlagen hat. Die Arbeitsmarktintegration ist ein bedeutender Bestandteil der allgemeinen Migrantenintegration und verbessert neben der sozialen Anbindung die finanzielle und psychische Situation der Flüchtlinge. Der erste Schritt zur Integration in den deutschen Arbeitsmarkt ist ein Anerkennungsantrag, der Arbeitsqualifikationen und akademischen Titel aus dem Ausland sozusagen auf Deutsch übersetzt. Nicht zuletzt profitiert der deutsche Arbeitsmarkt von der Anerkennung ausländischer Fachkräfte. So besteht in Deutschland an Lehrern und medizinischen Fachkräften beispielsweise seit Jahren Personalmangel. Dasselbe gilt mittlerweile für den Handwerksbereich, an dem das Ausbildungsinteresse innerhalb der deutschen Gesellschaft in den vergangenen Jahren geschwunden ist. Seit Jahren ist die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen über das Anerkennungsgesetz des Bundes geregelt. Fachkräfte aus dem Ausland erhalten durch dieses Gesetz das Recht, ihren beruflichen oder akademischen Abschluss auf Gleichwertigkeit zu den jeweils deutschen Referenzabschlüssen überprüfen zu lassen. Die Bundesregierung hat mit dem Gesetz die Feststellung und Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen erleichtert und auf diese Weise ein Instrument zur Sicherung von Fachkräften innerhalb Deutschlands geschaffen.

Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz und bundesrechtliche Berufsgesetze für Reglementierungsberufe

Vor dem Anerkennungsgesetz des Bundes konnten nur wenige Migranten ihre berufliche Qualifikation bewerten oder mit deutschen Qualifikationen gleichstellen lassen. Mit Inkrafttreten Gesetzes bestehen zumindest für alle bundesrechtlich normierten Berufe einheitlich transparente Bewertungsverfahren zur Ermittlung von Gleichwertigkeit zwischen ausländischen und deutschen Abschlüssen.

In Berufen wie dem zulassungspflichtigen Handwerk und in medizinischen Berufen wie dem Arzt-, Krankenpfleger-und Apotheker-Beruf ist eine Anerkennung der Qualifikationen die Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen oder überhaupt im gelernten Beruf tätig zu werden. Neben dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz sind rund 60 bundesrechtliche Berufsgesetze für reglementierte Berufsgruppen in Kraft getreten, die zum Beispiel die Anerkennung von Bildungsabschlüssen in Gesundheitsberufen nach Bundesärzteordnung oder Krankenpflegegesetz regeln.

Zusätzlich gibt es in den einzelnen Bundesländern Einzelregelungen zu nicht reglementierten Berufsgruppen wie dem Lehrer-, Ingenieurs-, Architekten- oder Sozialberuf. Die Landesgesetze sind seit 2014 gültig. Ein Ziel sollen berufsübergreifende Anerkennungsverfahren für drittstaatliche Qualifikationen sein. In der Vergangenheit hat sich großes Interesse an dem Gesetzesvollzug gezeigt, der in einer Vielzahl der Fälle eine volle Gleichstellung erwirken konnte. Besonders Menschen mit nachweislicher Berufserfahrung gehen nie mit leeren Händen aus dem Antragsverfahren. Falls sich eine Gleichwertigkeit der Abschlüsse nicht bestätigt, so werden Teilanerkennung ausgesprochen. Den Betroffenen wird damit ein Qualifikationsstand nach deutschen Standards bescheinigt, der sie wenn nicht zum Wiedereinstieg in ihren Beruf zumindest zu einer Anpassungsqualifizierung berechtigt. Durch diese Anpassungsqualifizierung lässt sich der je gleichwertige Abschluss erwirken, der im Rahmen von weiterführenden Qualifizierungen oder Umschulungen vergeben wird.

Anerkennungsrichtlinien für Schul- und Hochschulabschlüsse

Zu beruflichen Bildungsabschlüssen zählen im weitesten Sinne auch ausländische Hochschulabschlüsse. Falls es sich um Hochschulabschlüsse in einem reglementierten Beruf handelt, ist ein Antrag auf den Vergleich mit deutschen Abschlüssen auch in diesem Fall zu stellen. Sämtliche Studienfächer außerhalb der reglementierten Berufe sind nicht im Gesetz des Bundes enthalten. So können sich Flüchtlinge mit geisteswissenschaftlichen oder ähnlichen Studienabschlüssen unmittelbar auf den deutschen Arbeitsmarkt begeben. Die beruflichen Chancen stehen mit nicht bewerteten Abschlüssen aus dem Ausland allerdings schlechter. Daher ist eine Prüfung sämtlicher Hochschulabschlüsse aus dem Ausland durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in jedem Fall zu empfehlen. Zeugnisbewertungen finden auf Basis der Lissabon-Konvention statt. Für Flüchtlinge aus Staaten ohne Lissabon-Konvention gilt die Europäische Konvention über die Gleichwertigkeit von Reifezeugnissen, Studienzeiten an Universitäten und akademischen Graden oder Hochschulzeugnissen. Die ausländische Hochschulqualifikation wird in dem Bewertungsdokument genauso beschrieben wie die berufliche und akademische Weiterverwendungsoption. Wenn ein Studienabschluss beispielsweise nicht mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist, kann der Betroffene nach der Bewertung eine Fortsetzung des Studiums mit Teilanerkennung der studierten Semester anstreben. Für die Anerkennung von ausländischen Schulzeugnisse und etwaigen Studien- und Prüfungsleistungen sind die Hochschulen zuständig. Das Erststudium an deutschen Hochschulen ist beispielsweise mit ausländischen Sekundarschulabschlüssen möglich, deren Zeugnis eine Hochschulzugangsqualifikation nach ausländischem Recht darstellt. EU-Migranten mit Hochschulzugangsberechtigung werden so direkt zum deutschen Studium zugelassen. Für Flüchtlinge aus der Nicht-EU-Staaten werden die schulischen Qualifikationen auf die Studientauglichkeit in Deutschland überprüft. Falls die Abschlüsse direkt nicht ausreichen, erlangen die Betroffenen über eine Feststellungsprüfung den Zugang. Beruflich Qualifizierte mit ausländischen Abschlüssen können bei gleichwertigen Berufsqualifikation in Deutschland kombiniert mit Berufserfahrungen zum Studium zugelassen werden. Im Ausland erworbene Hochschulgrade dürfen im Original innerhalb Deutschlands geführt werden.

Fazit: vermehrte Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen in Mangelberufen

Deutschland freut sich besonders über Zuwanderer mit ausländischen Bildungs- und Berufsabschlüssen, an denen in der Bundesrepublik fallendes Interesse besteht. Besonders für die Anerkennung auf Gleichwertigkeit in ausländischen Handwerksberufen und Pflegeberufen stehen alle Ampeln auf Grün. Für Monteure, Mechaniker und Tischler oder Architekten und Ingenieure gehen die Anträge zum Beispiel in der deutlichen Mehrzahl aller Fälle positiv aus. Volle Gleichwertigkeit erhalten außerdem die meisten Antragssteller, die geisteswissenschaftliche Studienabschlüsse mit deutschen Abschlüssen gleichstellen möchten. Während die Anerkennung von Bildungsabschlüssen durch die Globalisierung EU-weit bereits deutliche Vereinfachungen erfahren hat, ist sie für Flüchtlinge aus Nicht-EU-Staaten noch weitaus komplizierter, da eine Gleichstellung oder ein Vergleich von Abschlüssen aus diesen Ländern bis im vergangenen Jahr nur selten überhaupt erforderlich gewesen ist. Das Bildungssystem der Nicht-EU-Staaten ist mit dem der EU-Staaten oft nur schwer zu vergleichen, woraus sich Nachteile in Sachen Abschlussanerkennung ergeben können. Die berufliche Integration von Flüchtlingen ist nichtsdestotrotz ein wichtiger Punkt, der staatlich große Unterstützung erhält. So arbeiten verschiedene Migranten beispielsweise bereits ohne Gleichstellung in Unternehmen Ihrer Berufssparte und werden von den Betrieben mit staatlicher Förderung auf ihre Tauglichkeit eingeschätzt. Wenn diese Tauglichkeit deutschen Standards nicht gerecht wird, stehen Flüchtlingen berufsspezifische Weiterbildungen im erlernten Beruf zur Verfügung, die sie auf den deutschen Standard bringen. Beratende Funktionen erfüllt in allen Bildungsabschluss-Fragen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Fernstudium – worauf muss ich achten?

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Ein Fernstudium ermöglicht es denjenigen, die flexibel lernen möchten oder aus privaten Gründen kein herkömmliches Präsenzstudium antreten können, einen grundständigen oder weiterführenden Abschluss zu erlangen. Damit können auch Berufstätige unabhängig von räumlichen und zeitlichen Bedingungen studieren und durch Fernstudien ihre Fachkenntnisse vertiefen und erweitern, sich weiterbilden und sogar akademische Grade erwerben – parallel zur Ausübung des Berufs.

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